MinusGrenzen

Vorzeigemodell im Wanken

Das nicht gerade reiche afrikanische Land Uganda gilt seit Jahren als Vorzeigeland im Umgang mit Asylbewerbern und Migrantinnen.

Nun hat die Regierung allerdings 208 Hilfsorganisationen vorerst die Erlaubnis entzogen, in Uganda ihrer Tätigkeit nachzugehen. Gemäß Regierung hätten sie gegen Regularien verstoßen oder etwa nichtautorisierte Projekte betrieben. Damit bleiben zur Zeit gerade mal 69 Hilfsorganisationen, um die rund 1.4 Millionen Migranten und Migrantinnen in Uganda zu unterstützen.

Aufgrund wieder stärker aufflammender Konflikte in der Demokratischen Republik Kongo und den Folgen der COVID-19-Pandemie hat sich auch die Situation in Uganda immer stärker zugespitzt.

Vorbild im Umgang mit Migration

Uganda befindet sich geografisch in einer äußerst heiklen Lage mit direkten Nachbarn wie dem Südsudan oder der Demokratischen Republik Kongo, beides Länder also, die auf eine Geschichte langanhaltender Konflikte zurückblicken und aus denen viele Menschen aufgrund der anhaltenden Gewalt fliehen müssen.
Uganda arbeitet eng mit der UN zusammen.
Während in anderen Ländern wie Kenia oder Äthiopien Flüchtende eingeschlossen in Camps leben müssen, können sie sich in Uganda frei bewegen, Sie erhalten Nahrungsmittelhilfe, medizinische Versorgung und Zugang zu Bildungsangeboten. Zudem erhält jede Familie nach einer Registrierung und Anerkennung des Flüchtlingsstatus ein Stück Land zum Wohnen und bewirtschaften.
Duniya Aslam Khan, UNHCR-Sprecherin für Uganda erklärte in einem Interview mit dem Nachrichtenportal Deutsche Welle: „„Uganda möchte den Flüchtlingen ein lebenswertes Leben bieten, und teilt daher alles, was es hat. Da sollten sich die reicheren Staaten in Europa und Amerika ein Beispiel nehmen, wenn sie über Kosten reden“.
Die aufgenommenen Menschen haben in der Vergangenheit zur wirtschaftlichen Entwicklung Ugandas beigetragen.

Pandemie als große Herausforderung

Im Zuge der COVID-19-Pandemie schloss Uganda zeitweise seine Grenzen, auch für Flüchtende. Im Juni wurden die Grenzen wieder geöffnet. Der Umgang mit Asylbewerbern während einer andauernden Pandemie hat sich als riesige Herausforderung herausgestellt. Neben der Grenzschließung wurden zeitweise bis zu 120‘000 Flüchtende unter einen Lockdown gestellt, nachdem es zu mehreren Ansteckungen gekommen war. Und genau in dieser Krise werden nun die Hilfsorganisationen von der ugandischen Regierung von ihrer Arbeit abgehalten.

Die Beweggründe der Regierung haben aber wahrscheinlich weniger mit der eigentlichen Arbeit der Hilfsorganisationen zu tun als mit den hohen Kosten, denen sich das Land gegenüber sieht und zu denen es nicht mehr bereit ist. Schon in den Jahren davor erklärten NGO’s und Behördenvertreter immer wieder, dass Uganda mehr finanzielle Unterstützung bräuchte, um die Ströme von Flüchtenden bewältigen zu können. Durch die Krise hat sich die Situation weiter zugespitzt. Mit ihrem Auftreten gegenüber den NGO’s kann die Regierung international Druck ausüben. Andererseits ist es zweifellos wahr, dass auch auf Seiten der NGO’s immer wieder Fehler passieren und etwa Hilfsgelder missbräuchlich verwendet werden.


Weiterführende Links:
www.dw.com

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