MinusGrenzen

Tödliche Woche auf dem Mittelmeer

In den letzten Tagen kam es gleich zu zwei schweren Schiffsunglücken an der libyschen Küste. Am 12.11.2020 meldete die SDA, dass bei zwei Bootsunglücken mit Flüchtlingen vor der Küste Libyens mehr als 90 Menschen ertrunken seien. Ein Boot mit mehr als 120 Menschen war vor der Stadt Chums gekentert, 47 Überlebende konnten gerettet werden. Weiter westlich ist laut MSF ein weiteres Boot vor der Stadt Surman mit 20 Menschen an Bord gekentert. Drei Frauen konnten von Fischern gerettet werden. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr schon mindestens 900 Migranten ertrunken. 11’000 Weitere seien zurück nach Libyen gebracht worden.

Schreckliche Bilder
Bereits am Dienstag und Mittwoch rettete das spanische Rettungsschiff „Open Arms“ innerhalb von 24 Stunden bei zwei Einsätzen vor der libyschen Küste etwa 180 Menschen aus Seenot. Be einem Boot mit rund 100 Menschen habe sich offenbar der Boden gelöst. Fünf Passagiere kamen ums Leben.
Unter den Überlebenden befand sich eine 20-jährige Mutter aus Guinea, welche während der Rettung ihr sechs Monate altes Baby, Joseph, aus den Armen verlor. Der Vorfall wurde von Rettern auf Video festgehalten. Darin sieht und hört man die verzweifelte Mutter rufen: „Where is my baby? I lost my baby!“. Der kleine Joseph wurde kurz darauf gefunden und Bord geholt, starb allerdings noch an Bord an einem Herzstillstand. Das Video der dramatischen Rettung wurde von Open Arms online gestellt. Die NGO schrieb dazu: „Damit alle Augen sehen, was unsere Augen sehen.“

Das Schiff hat inzwischen die italienische Küste erreicht. Nach insgesamt drei Rettungsaktionen seit Dienstag befinden sich 250 aus Seenot gerettete Menschen an Bord.

Derweil hindern die italienischen Behörden vier Schiffe von NGO’s am Auslaufen, und begründen dies etwa mit dem Vorwurf administrativer Vergehen oder mit langwierigen Eignungsverfahren, wie die SZ schreibt.

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