MinusGrenzen
Ein Bild der Verzweiflung in der äthiopischen Region Tigray

Tigray – Drehbuch einer humanitären Katastrophe

Eigentlich verkündete Nobelpreisträger und Premierminister Äthiopiens, Abiy Ahmed, längst das Ende seiner Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront TPLF in der Region Tigray, nachdem die Regierungstruppen am 29. November die Stadt Mekele, die wichtigste Stadt der Region, eingenommen hatten. Doch die Kämpfe gehen weiter. Gemäss Experten haben sich die Kämpfer der TPLF in die Berge zurückgezogen, von wo aus sie nun einen Guerillakrieg gegen die Regierungstruppen führen.

BBC News Africa, Videobeitrag vom 12.02.2021

Menschen für humanitäre Hilfe nur schwer erreichbar

Die Folge des Bürgerkriegs ist gemäss Experten die schlimmste humanitäre Krise in Äthiopien seit der Hungersnot der 1980er Jahre, als über eine Million Menschen starben. Auch über zwei Monate nach dem offiziellen Ende der Militäroffensive bleibt die Region für Hilfsorganisationen oder internationale Beobachter schwer zugänglich.


Anfang Januar wurde ein vertrauliches Papier der UN und verschiedener Hilfsorganisationen publik, in dem es hiess, dass mehr als 60 Prozent von Tigrays Bevölkerung von Nahrungsmittelhilfen abhängig sein könnte, das sind etwa 4.5 Millionen Menschen. Hunderttausende, so die Sorge, stünden bald vor dem Hungertod. Die äthiopische Regierung hingegen schätzt die Zahl der Menschen in Not auf 2,5 Millionen.

www.unocha.org

Anfang Februar erklärten das UNHCR und ein Sprecher des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha), dass die äthiopische Regierung UN-Helfer und deren Partner aus den Krisenregionen aussperre.
Kurz darauf, am 6. Februar, verkündete der Chef des Welternährungsprogramms WFP, David Beasley, einen Durchbruch in den Gesprächen mit der äthiopischen Regierung. Man habe sich auf konkrete Schritte zur Verstärkung der Hilfen in der Krisenregion einigen können. Nun werde das WFP seine Tätigkeiten im Norden des Landes ausweiten.

Aktuelle Lage gemäss Bericht des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe

Gemäss dem Situationsbericht vom 20.02.2021 des der Ocha hat sich bezüglich des Zugangs für humanitäre Helfer in der Zwischenzeit einiges verbessert. Dennoch erschweren die generell unsichere Lage, verschiedene bewaffnete Akteure sowie bürokratische Hindernisse die Arbeit vor Ort weiterhin massiv.
Verschiedene Orte seien weiterhin komplett unerreichbar. Die Menschen, welche sich dort aufhalten, sind seit Anfang November von jeglicher Unterstützung abgeschnitten. Besonders besorgt ist die Ocha auch bezüglich der sich häufenden Berichte von Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung. Sie würden weiterhin ständig neue Berichte über Verbrechen wie Morde, Plünderungen und sexuelle Gewalt erhalten.

Von der Aussenwelt abgeschnitten

Da die Region lange Zeit fast vollständig von der Aussenwelt abgeschnitten war, drang lange Zeit nur wenig nach aussen. Neben den äthiopischen Regierungstruppen mischten auch bald schon weitere Akteure in dem Konflikt mit, wie etwa Soldaten der eritreischen Armee oder auch Milizen der Amhara, einer Ethnie aus der Nachbarschaft des Tigray.
Mitarbeiter von Hilfsorganisationen oder in der Region lebende Menschen, die eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme nach draussen fanden, erzählten von geplünderten Spitälern, verängstigten Menschen ohne Essen, von Hungertoten, medizinischer Unterversorgung, von massiven Plünderungen und der grossflächigen Vernichtung der Ernte von Millionen Menschen.

Bereits im November wurde ein Massaker mit hunderten Toten in der Stadt Mai-Kadra mit rund 40’000 Einwohnern. Ans Licht kam das Verbrechen durch einen Bericht von Amnesty International, der auf den Auswertungen von Fotos, Videos und Zeugenaussagen beruhte und durch Untersuchungen einer nationalen Menschenrechtskommission gestützt wird.

Die Opfer waren hauptsächlich Männer und Frauen der Nachbarprovinz Amhara, die wie jedes Jahr grösstenteils als Saisonarbeiter im Herbst zur Erntezeit nach Mai-Kadra kamen, wo sie auf den Hirse- und Sesamfarmen am Ortsrand arbeiten. Die meisten von ihnen wohnten im Viertel Gemb Sefer, wo sich jeweils ein Dutzend eine Mietunterkunft teilten. Gemäss dem Bericht der äthiopischen Menschenrechtskommission soll die tigrayische Jugendorganisation «Samri» das Massaker mit Beteiligung von Millionären und Polizisten durchgeführt haben.

Chronik eines sorgfältig koordinierten Kriegsverbrechens

Ende November 2020 hat die anerkannte äthiopische Menschenrechtskommission (EHRC) ihren vorläufigen Bericht über das Massaker in Mai-Kadra veröffentlicht und darin aufgezeigt, wie das Kriegsverbrechen ihren Ermittlungen zufolge abgelaufen sein soll.
Vier Tage vor dem Massaker begann die Militäroffensive der Regierung gegen die Truppen der Volksbefreiungsfront von Tigray TPLF. Die Provinz wurde komplett abgeriegelt, das heisst, Telefonleitungen, Internet, die Strom- und Wasserversorgung wurden gekappt.
Nachdem die Soldaten der Regionalarmee aus der Stadt abgezogen worden waren, lag die Kontrolle in der Hand der Ortspolizei und Verwaltungsmiliz. Für die Erntehelfer aus Amhara wurde ein Arbeits- und Ausgehverbot verhängt und Ausfahrtsstrassen gesperrt.

Am 9. November um elf Uhr begann die Lokalpolizei im Viertel Gemb Sefer Personalausweise auf die ethnische Herkunft ihrer Inhaber zu überprüfen und kontrollierte Handys auf die Einhaltung der Kontaktsperre.
Am frühen Nachmittag seien dann tigrayische Frauen und Kinder aus dem Ort gebracht worden. Um 15 Uhr wurde ein Ex-Milizioner, der sich nicht rekrutieren lassen wollte, hingerichtet und verbrannt. Die Hinrichtung soll gemäss dem Bericht der Menschenrechtskommission den Startschuss für die folgenden Gräuel symbolisiert haben. Mitglieder der tigrayischen Jugendorganisation «Samri» zogen nun von Haus zu Haus, Strasse zu Strasse. Aufgeteilt in Gruppen von 20 bis 30 Mann, jeweils begleitet von drei bis vier Polizisten schleiften sie ihre Opfer mit Seilen um den Hals durch die Strassen, schlugen mit Stöcken, Macheten und Beilen auf ihre Opfer ein. Polizisten und Milizionäre schossen von Strassenkreuzungen aus auf flüchtende Amharen. Wer es dennoch schaffte, davon zu kommen, wurde durch die Felder des Hinterlands gejagt.

Als am nächsten Morgen die Nationalarmee in die Stadt kam, habe sie überall Leichen vorgefunden. Die äthiopische Menschrechtskommission hielt in ihrem vorläufigen Bericht fest, dass es sich bei dem Massaker von Mai-Kadra um ein vorsätzlich und sorgfältig koordiniertes Kriegsverbrechen handle.

Sexuelle Gewalt im Schatten des Krieges

Die UN-Sonderberichterstatterin zu sexueller Gewalt in Konflikten, Pramila Patten, sprach jüngst von einer erschreckend hohen Zahl von Vergewaltigungen und von immer verstörenderen Berichten von Menschen aus der Region, die gezwungen worden seien, eigene Verwandte zu vergewaltigen oder Sex gegen Essen zu tauschen. Auch äthiopischen und eritreische Soldaten sollen an solchen Missbräuchen beteiligt sein.

Am 15. Februar veröffentlichte die BBC den Bericht einer 18-jährigen Äthiopierin, die seit über zwei Monaten in einem tigrayischen Spital behandelt wurde.
Als die äthiopischen Truppen in der Stadt Mekele gegen die TPLF-Soldaten kämpften, befand sich die junge Frau mit ihrem Grossvater zuhause in der Stadt Abiy Addi, rund 96 Kilometer westlich von Mekele.
Ihrer Aussage nach sei am 3. Dezember ein Soldat in der Uniform des äthiopischen Militärs in ihr Haus eingedrungen und habe Auskunft verlangt, wo sich Kämpfer der TPLF versteckt hielten.
Nachdem er im Haus niemanden gefunden hatte, befahl er der Frau und ihrem Grossvater, sich gemeinsam ins Bett zu legen. Dann habe er Schüsse aus seiner Waffe abgefeuert und den Grossvater angewiesen, mit seiner Enkelin Sex zu haben. Als der Grossvater sich weigerte, habe der Soldat ihn aus dem Haus gebracht und ihm draussen in die Schultern geschossen. Schliesslich drohte er, den Grossvater zu töten, wenn die beiden seinen Befehlen nicht folge leisteten.
Er wies die junge Frau an, sich auszuziehen und als sie ihn anflehte, sie nicht zu vergewaltigen, habe er angefangen, sie zu schlagen. Als sie seinem Befehl weiterhin nicht folge leistete, schoss er ihr drei Mal in die Hand und drei Mal ins Bein. Schliesslich habe er das Haus verlassen, als er draussen Schüsse hörte.
Der Erlebnisbericht der jungen Frau und ihrem Grossvater wurde der BBC von dem Arzt zugetragen, welcher der jungen Frau später im Spital die Hand amputieren musste. Ärzte erzählten der BBC, dass sie in verschiedenen Spitälern und Zentren Berichte von mindestens 200 Mädchen aufgenommen hätten, welche erzählten, dass sie Opfer von Vergewaltigungen geworden seien.

Der äthiopische Militärchef Birhanu Jula Gelalcha wies indes gegenüber der BBC solche Vorwürfe vehement zurück. Gemäss dem englischen Nachrichtenportal sagte er:

«Unsere Verteidigungskräfte vergewaltigen nicht. Sie sind keine Banditen. Sie sind Regierungstruppen. Und Regierungstruppen haben ethische Prinzipien und gehorchen ihren Einsatzregeln.»

Jula Gelalcha gegenüber BBC (zum Artikel der BBC)

Allerdings bestätigte auch die äthiopische Menschenrechtskommission Anfang Februar, seit November bereits 108 Fälle von Vergewaltigungen rapportiert zu haben.

Arte, Videobeitrag vom 08.01.2021

Zivile Ziele von äthiopischer Armee beschossen

Auch die Organisation «Human Rights Watch» erhebt gegenüber der äthiopischen Armee schwere Vorwürfe. In einem ausführlichen Bericht vom 11. Februar legt die Organisation Ergebnisse ihrer Untersuchungen dar, die belegen sollen, dass die äthiopische Armee in der Region Tigray mehrfach gezielt städtische Areale mit ziviler Bevölkerung, darunter Schulen, Krankenhäuser und Märkte, unter Artilleriebeschuss genommen habe. Dabei seien mindestens 83 Menschen bei Angriffen auf die Städte Mekele, Humera und Shire seit Beginn der Kämpfe im November 2020 ums Leben gekommen und mehr als 300 Menschen verletzt worden. Tausende wurden vertrieben.
Neben Interviews mit Augenzeugen hat Human Rights Watch Satellitenbilder, Fotografien und Videos von sechs solcher Artillerieangriffe analysiert.

www.hrw.org

Die Stadt Humera etwa wurde am 9. und 10. November Opfer eines solchen Beschusses. Die Stadt mit rund 30’000 Einwohnern liegt an der Grenze zu Eritrea. Bereits am Morgen des 9. November seien Mörser- und Panzergeschosse aus der Richtung Eritreas eingeschlagen. Der Beschuss dauerte bis in den Abend hinein an und wurde tags darauf fortgesetzt. Die Geschosse seien nahe einer Kirche, einer Schule und des städtischen Krankenhauses eingeschlagen.

Ein Anwohner, der Verletzte auf seinem Motorrad zum Krankenhaus transportierte, erzählte von einem Wohnhaus, das getroffen worden war, wo man fünf Leichen fand und darunter ein sieben Monate altes Baby, das in Sicherheit gebracht werden konnte.

Ärzte des örtlichen Krankenhauses waren völlig überrumpelt von der plötzlichen Anzahl an Schwerverletzten und Getöteten.

«Zivilisten mit Bauch-, Brust- und Kopfverletzungen begannen im Krankenhaus einzutreffen … Menschen, denen eine Hand fehlte, Menschen mit heraushängenden Eingeweiden. Das ging den ganzen Tag so weiter. Ich weiss nicht, wie er es gemacht hat, aber ein Junge brachte eine Frau ins Krankenhaus, deren Darm heraushing. Er hatte versucht, ihr einen Schal um die Taille zu binden. Irgendwie haben wir es geschafft, sie wieder zusammen zu nähen»

Arzt in Humera, übersetzt aus dem Englischen (zum Bericht von HRW)

Ein Anwohner berichtet, wie er zuhause seinen 55-jährigen Vater und einen nahen Freund tot aufgefunden habe. Seine drei Geschwister, darunter sein 10-jähriger Bruder, seien verwundet gewesen.

«Ich habe meine verletzten Geschwister ins Kahsay Aberra-Krankenhaus gebracht. Als ich dort ankam, konnte ich nicht glauben, was ich sah … Ein Freund, mit dem ich Fussball zu spielen pflegte, hatte seine Beine verloren …».

Bewohner der Stadt Humera, übersetzt aus dem Englischen (zum Bericht von HRW)

Als die Geschosse immer näher beim Krankenhaus einschlugen, hat sich das Krankenhauspersonal entschieden, zu fliehen. Mit rund 50 Verletzten, darunter auch sechs äthiopische Soldaten, flohen sie in Autos in Richtung der Stadt Adebey, östlich von Humera. Ein Mann, der am Morgen des 10. Novembers durch Mörsergeschosse verletzt das Krankenhaus erreichte, erzählt: «Da waren keine Pflegerinnen oder Ärzte. Sie hatten alle das Krankenhaus verlassen. Zurückgeblieben waren verletzte Menschen und Leichen, meist in die Bettlaken gewickelt.»

Gemäss Schätzungen seien beim Beschuss von Humera Beschuss mindestens 46 Menschen umgekommen und über 200 verletzt worden.

Eritrea’s Rolle

Zwischen die Fronten sind auch die rund 100’000 eritreischen Flüchtlinge geraten, welche auf der Flucht vor der Diktatur in ihrem Heimatland nach Äthiopien gekommen sind. Die Flüchtlinge lebten mehrheitlich in zwei Flüchtlingscamps im Norden Tigrays, die beide zerstört worden sind.
Gemäss Zeugenaussagen nutzt die eritreische Armee die chaotische Situation in der Region dafür aus, Flüchtlinge gewaltsam nach Eritrea zurückzuschaffen.

UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi betonte in einem Statement vom 15. Januar seine Sorgen um die Sicherheit der eritreischen Flüchtlinge:

«Sie sind schon seit vielen Wochen ohne jegliche Hilfe. Darüber hinaus, und das ist äußerst besorgniserregend, erhalte ich weiterhin viele verlässliche Berichte und Schilderungen aus erster Hand über die anhaltende Unsicherheit und über schwere und erschütternde Menschenrechtsverletzungen, einschließlich Tötungen, gezielte Entführungen und erzwungene Rückführungen von Flüchtlingen nach Eritrea. Berichte über weitere militärische Operationen in den letzten zehn Tagen stimmen überein mit offen zugänglichen Satellitenbildern, die neue Brände und neue Anzeichen von Zerstörung in den beiden Camps zeigen. Dies sind konkrete Hinweise auf schwere Verstöße gegen das Völkerrecht.»

Filippo Grandi, UN-Flüchtlingshochkommissar

Die Gesellschaft für bedrohte Völker wirft eritreischen Soldaten in einer Pressemitteilung vom 29. Januar vor, «für einen Grossteil der schweren Menschenrechtsverletzungen in der umkämpften Region» verantwortlich zu sein.

«Wer Kirchen, Klöster und Weltkulturerbe-Stätten systematisch angreift und plündert, Massaker an der Zivilbevölkerung sogar in Kirchen verübt und Vergewaltigung als Kriegswaffe einsetzt, begeht Kriegsverbrechen. Wer geflüchtete eritreische Oppositionelle, die in Äthiopien offiziell unter Schutz stehen, jagt, verschleppt und tötet und seine Besetzung Tigrays nutzt, um alle modernen Industrieanlagen zu demontieren und über die Grenze nach Eritrea zu transportieren, verletzt Völkerrecht. Eritreas Militär hat die Pandemie und die US-Präsidentschaftswahl ausgenutzt, um unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit Nord-Äthiopien zu verwüsten. Es ist Zeit, die Verantwortlichen für diese Politik der verbrannten Erde endlich zur Rechenschaft zu ziehen.»

Ulrich Delius, Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker

Regionale Bedeutung und schwelende Konflikte mit Nachbarn

Der Vielvölkerstaat Äthiopien mit seinen über 100 Millionen Einwohnern galt lange als Stabilisator in der Region, insbesondere gegenüber Somalia und Südsudan. Die Zukunft beider Staaten hängt gemäss Experten eng mit der Stabilität Äthiopiens zusammen. So hat das Land etwa wichtige diplomatische Unterstützung während der politischen Umwälzungen im Sudan geleistet.
Allerdings sind in letzter Zeit zwischen dem Sudan und Äthiopien alte Grenzstreitigkeiten wieder neu aufgeflammt und belasten die Beziehung zwischen den beiden Staaten. Zuletzt soll es sogar zu direkten Kämpfen zwischen äthiopischen und sudanesischen Truppen gekommen sein, bei denen 51 Soldaten starben.

Ein weiterer Konflikt dreht sich um den «Grand Ethiopian Renaissance»-Staudamm im Hochland von Benishangul Gumuz, zehn Kilometer von der sudanesischen Grenze entfernt. Der 1,8 Kilometer lange und 145 Meter hohe Staudamm, an dem Äthiopien seit 2012 arbeitet, soll die Entwicklung des Landes vorantreiben. Doch Ägypten und Sudan fürchten sich um ihre Wasserversorgung. Es gab bereits unzählige, erfolglose Verhandlungen zwischen den Staaten. Anfang Februar erklärte Yasser Abbas, sudanesischer Minister für Bewässerung und Wasser-Ressourcen, dass jeder Versuch Äthiopiens, den Damm mit Wasser zu füllen, als direkte Gefahr für die nationale Sicherheit aufgefasst werde.

In einem kürzlich veröffentlichten Interview mit dem SPIEGEL erklärt der Wissenschaftler Alfred Schlicht, der sich in einem aktuellen Buch mit der Situation am Horn von Afrika auseinandersetzt, zur Gefahr, die vom Konflikt im Tigray ausgeht:

«Wenn sich die Kämpfe in Tigray hinziehen, ist das eine Gefahr für die Stabilität der Region – zumal weil Tigray im Norden nicht der einzige Brandherd ist. Ganz im Westen des Landes gibt es Unruhen, weiter im Süden verüben Kämpfer vom Volk der Oromo Anschläge. Sie wollen einen eigenen Staat. Sollte Äthiopien auseinanderbrechen, wäre das eine Katastrophe, mit noch mehr Bürgerkrieg, Blutbädern und enormen Flüchtlingsströmen.»

Alfred Schlicht gegenüber dem SPIEGEL (zum SPIEGEL-Artikel)

Weiterführende Links:

Arte – Videobeitrag vom 05.02.2021

Gesellschaft für bedrohte Völker – Pressemitteilung vom 29.01.2021

Stern – Beitrag vom 15.12.2020

UN News – Beitrag vom 12.02.2021

Council on Foreign Relations – Beitrag vom 10.02.2021

Human Rights Watch – Bericht vom 11.02.2021

tagesschau.de – Beitrag vom 09.02.2021

dw.com – Beitrag vom 07.02.2021

welthungerhilfe.de – Beitrag vom 18.02.2021

bbc.com – Beitrag vom 15.02.2021

Der Tagesspiegel – Beitrag vom 12.02.2021

Forbes – Beitrag vom 16.02.2021

WOZ – Beitrag vom 04.02.2021

taz – Beitrag vom 25.11.2020

unhcr.org – Beitrag vom 15.01.2021

Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung
humanitärer Angelegenheiten (Ocha) – Lagebericht vom 20.02.2021

SPIEGEL – Beitrag vom 20.02.2021

Arte – Videobeitrag vom 08.01.2021

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