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Filipe_Nyusi, Präsident von Mosambik

Mosambik: Militärische Intervention verschoben

Bei den Angriffen von Dschihadisten auf die Küstenstadt Palma am 24. März kamen Dutzende Menschen ums Leben. Anderen gelang die Flucht: Zu Fuss, auf dem Seeweg und auf der Strasse. Laut UNHCR sind insgesamt rund 30’000 Menschen geflohen. Frauen und Kinder machen fast 80 Prozent der Opfer von Menschenrechtsverletzungen aus, die UNHCR-Teams in Mosambik unterstützen.

Gemäss einem Pressestatement ist das UNHCR besonders um jene besorgt, denen es nicht gelungen ist, aus Palma zu fliehen, da nur noch wenige Evakuierungswege offen sind.

«In Quitunda, Palma, hat UNHCR kürzlich Berichte über schwerwiegende Misshandlungen gegen schutzbedürftige Gruppen gesammelt, darunter körperliche Übergriffe auf Menschen, die versuchen, mit Booten in sicherere Gebiete zu fliehen.», schreibt der UNHCR-Mediensprecher Babar Baloch.

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Militärische Intervention vorerst aufgeschoben

Vor einigen Tagen ist eine Expertenmission im Auftrag der südafrikanischen Staatengemeinschaft SADC in die Krisenregion Cabo Delgado im Norden Mosambiks gereist. Ihr Vorschlag: Eine 3000 Mann starke militärische Eingreiftruppe aus den Nachbarländern soll die Regierung Mosambiks im Kampf gegen die Dschihadisten unterstützen.

Am 29. April sollten die Staatsoberhäupter über den Vorschlag entscheiden. Doch das Treffen wurde abgesagt. Die Eingreiftruppe sollte helfen, die Ordnung in den umkämpften Gebieten wieder herzustellen. Eines der Hauptziele besteht laut dem Vorschlag in der Rückeroberung der Hafenstadt Mocimboa da Paria an der Küste, welche von den Aufständischen seit August letzten Jahres kontrolliert wird.

Doch so oder so kann eine militärische Intervention höchstens ein Teil der Lösung in der nördlichen Provinz Mosambiks darstellen. Denn der islamistische Terror der al-Shabaab-Milizen ist ein Symptom viel tiefer liegender, struktureller Probleme wie: soziale Ungerechtigkeit und grassierende Korruption.

Hunderttausende Binnenvertriebene

Die vor drei Jahren begonnenen schweren Kämpfe zwischen Dschihadisten und Regierungstruppen im Norden der Provinz haben dazu geführt, das etwa in der Regionalhauptstadt Pemba bereits Hunderttausende Binnenvertriebene, leben.

Obwohl Palma wieder unter der Kontrolle der Regierung steht, wird die Lage vor Ort als unsicher eingestuft. Der französische Ölkonzern Total, hat die Arbeiten an seinem milliardenschweren Gasprojekt auf unbestimmte Zeit abgebrochen und alle Mitarbeitenden abgezogen. Viele regionale Unternehmen, die in der Hoffnung auf wirtschaftliches Wachstum nach Palma gekommen waren, stehen nun vor einer ungewissen Zukunft.

Weiterführende Links

Nearly 30’000 people displaced by March attacks in northern Mozambique, UNHCR, 30.04.2021.

Martina Schwikowski: Mosambik: Entscheidung über Eingreiftruppe verschoben, dw.com, 29.04.2021.

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