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Jordanien deportiert Flüchtlinge in No Man’s Land

Gemäß Berichten des UNHCR und verschiedenen NGO’s haben die Behörden von Jordanien über die letzten Monate mehrere Dutzend syrische Flüchtende gewaltsam nach Rukban deportiert. Schon davor gab es Meldungen, dass Jordanien Geflüchtete nach Syrien deportierte.

In Rukban entstand 2015 ein Flüchtlingscamp, als tausende Menschen vor dem Islamischen Staat flohen und Jordanien ihnen den Grenzübertritt verwehrten. Rukban liegt wenige Kilometer vor dem Dreiländereck, an dem die Grenzen Syriens, Jordaniens und des Iraks aufeinandertreffen. Mitten in der Wüste also. Mitte 2016 sagen Schätzungen, seien rund 70’000 Menschen in Rukban gestrandet.

Das Gebiet wird von vielen Beobachtern als No man’s Land bezeichnet, weil dort solch lebensfeindliche Bedingungen vorherrschen. Im Sommer Hitze und Trockenheit, im Winter Eiseskälte. Seit Jahren schon gelten die Verhältnisse in Rukban als desaströs, auch weil es schwer ist, die Menschen dort mit medizinischen Gütern und Nahrung zu versorgen. Dies wurde sozusagen dann unmöglich, als Jordanien verkündete wegen der COVID-19-Pandemie keine Hilfstransporte mehr sein Territorium passieren zu lassen. Die Menschen in Rukban sind also fast vollständig auf sich alleine gestellt. Die letzte größere Hilfslieferung erreichte das Camp Ende 2019.

Weiterführende Links

www.amnesty.org

www.thenewhumanitarian.org

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