MinusGrenzen

Auf den Kanaren und in Zypern liegen die Nerven blank

Die Kanarischen Inseln unter Druck

Während Lesbos derzeit im Fokus der Medien steht, tun sich auch die Kanarischen Inseln immer schwerer, den Zustrom an Migranten und Migrantinnen zu bewältigen. Seit Anfang Jahr sind über die sogenannte Atlantikroute über 4000 Menschen aus Afrika auf den kanarischen Inseln gestrandet. Das sind sieben Mal mehr als im Jahr zuvor.

Die Atlantikroute gilt als sehr viel gefährlicher als die Mittelmeerroute nach Italien, wegen der viel stärkeren Strömung und den stärkeren Winden. Meist wählen die Migranten auch weitere Wege, die oft bis zu 1000 km lang sind, wie der Journalist Beat Stauffer 2019 dem SRF in einem Interview erklärte.
Die Behörden auf den kanarischen Inseln sind nach eigenen Angaben am Anschlag und die Gefahr besteht, dass hier ein neuer Hotspot entstehen könnte, der nicht mehr kontrolliert werden kann.

Pushbacks vor zyprischer Küste

Das UNHCR berichtete in der letzten Woche über verschiedene Vorfälle, bei denen überfüllte Boote von der zyprischen Küstenwache ins offene Meer zurückgedrängt worden seien. Seit März setzt demnach die zyprische Regierung auf solche Pushbacks, um Flüchtlinge daran zu hindern, in Zypern ihr Asylgesuch zu stellen. Sie begründet ihre Haltung mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen im Zuge der COVID-19-Pandemie.

Auch im September soll es zu mehreren solcher Pushbacks gekommen sein. Am 1. September habe die zyprische Marine ein Boot mit 21 Passagieren aus dem Libanon und aus Syrien abgefangen und über 200 Kilometer weit zurück in den Libanon eskortiert. Das Nachrichtenportal „Deutsche Welle“ zitiert einen Syrer, der in Zypern Asyl erhalten hat, und erzählt, dass Familienmitglieder von ihm auf dem Boot gewesen seien, die nun im Libanon mit der Rückschaffung nach Syrien bedroht werden.

Ein weiteres Boot mit 51 Passagieren, darunter elf Kindern ist von der zyprischen Marine am 5. September zurückgedrängt worden. Durch die Manöver der Marine kenterte das Boot schließlich. Glücklicherweise konnten sich die Passagiere alle retten. Nun hat sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eingeschaltet und untersucht die Fälle.

Weiterführende Links:

www.srf.ch

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